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Start der verpflichtenden E-Bilanz auf 2014 verschoben



Einführung der E-Bilanz um ein weiteres Jahr verschoben
Hamburg (ots) – Jahresabschlüsse müssen nun erst ab 2014 verpflichtend elektronisch an die Finanzbehörden übermittelt werden / Bundesfinanzministerium sieht weitere Ãœbergangs- und Nichtbeanstandungsregelungen vor


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Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat am 05. Juli 2011 einen überarbeiteten Entwurf des Anwendungsschreibens zu § 5b EStG für Zwecke der Durchführung einer erneuten Verbandsanhörung veröffentlicht. Dem Schreiben zufolge wird die verbindliche Einführung der so genannten E-Bilanz um ein weiteres Jahr verschoben. Damit reagiert das BMF zeitnah auf die deutliche Kritik der letzten Wochen und die klaren Forderungen nach einer erneuten Verschiebung. „Die Finanzverwaltung hat nun doch ein Einsehen und verlangt die elektronische Ãœbermittlung von Bilanzen erst für das Jahr 2013“, schildert Sebastian Koch, Partner und Leiter der Arbeitsgruppe E-Bilanz bei der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. „Die erstmalige elektronische Ãœbermittlung rückt damit zwar weiter nach hinten, der Umfang der Anforderungen bleibt für die Unternehmen jedoch bestehen.“

Die erneute Verschiebung kommt vielen Unternehmen entgegen: Denn laut einer aktuellen BDO Studie, durchgeführt von TNS Emnid, hat bislang nur rund ein Viertel aller befragten Unternehmen mit den umfangreichen Umstellungsmaßnahmen begonnen. „Zum jetzigen Zeitpunkt fühlen sich nur 3 Prozent aller Unternehmen ausreichend über die Anforderungen informiert, während 67 Prozent noch erheblichen Informationsbedarf haben“, erläutert Koch.

Der neue BMF-Entwurf des Anwendungsschreibens hält nun sowohl für gemeinnützige Körperschaften als auch für alle anderen Steuerpflichtigen einige Ãœbergangs- und Nichtbeanstandungsregelungen bereit.

So wird es nicht beanstandet, wenn die Bilanz sowie die Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2012 noch nicht gemäß Â§ 5b EStG nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung übermittelt werden. Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung sind in diesen Fällen in Papierform abzugeben. Bei kalendergleichen Wirtschaftsjahren bedeutet dies, dass erst für das Jahr 2013 und damit erst in 2014 elektronisch übermittelt werden muss.

„Steuerbegünstigte Körperschaften können sich sogar noch bis 2015 auf die Anforderungen vorbereiten“, erläutert BDO Experte Koch. Für steuerbegünstigte Körperschaften, juristische Personen des öffentlichen Rechts mit Betrieben gewerblicher Art und in Fällen in- oder ausländischer Betriebsstätten verschiebt sich die erstmalige verpflichtende Ãœbermittlung der E-Bilanz sogar auf Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2014 beginnen. „Die Verpflichtung zur Ãœbermittlung bleibt grundsätzlich bestehen, es wird aber nicht beanstandet, wenn in einer Ãœbergangszeit noch Bilanzen in Papierform eingereicht werden“, so Koch weiter.

Die vehemente Kritik von Unternehmen, Verbänden sowie der steuerberatenden Berufe an den vielen Mussfeldern und dem hohen Gliederungsumfang der Taxonomie wurde ebenfalls in Teilen durch das BMF berücksichtigt. Der neue Entwurf des BMF-Schreibens enthält, zumindest was die Nutzungsmöglichkeit von Auffangpositionen anbelangt, eine klarstellende Regelung: „Ein Steuerpflichtiger, der eine durch Mussfelder vorgegebene Differenzierung für einen bestimmten Sachverhalt nicht aus der Buchhaltung ableiten kann, kann zur Sicherstellung der rechnerischen Richtigkeit für die Ãœbermittlung der Daten alternativ die Auffangpositionen nutzen.“ Auf diese Weise soll ein umfangreicher Eingriff in das Buchungsverhalten vermieden werden.

„Wer auf wesentliche Erleichterungen oder Ausnahmen gehofft hat, wurde mit diesem BMF-Schreiben enttäuscht“, sagt Koch. „Die Umstellungsmaßnahmen sollten nun konsequent weiterbetrieben werden, um dennoch rechtzeitig fertig zu werden, denn die Anforderungen sind keineswegs geringer geworden.“ Zu den Verlierern der E-Bilanz gehören aus Sicht des BDO Experten die Personengesellschaften: „Hier sind für jeden einzelnen Gesellschafter Daten an die Finanzbehörde zu übermitteln. Erleichterung sieht eigentlich anders aus“, resümiert Koch.

Zur Information:

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